self-teaching – (m)ein Selbstversuch

So langsam nähert sich wieder die Zeit der Klausuren…das schlechte Gewissen der viel zu langen Auszeit kommt so langsam durch, aber so richtig eng ist es auch noch nicht…

Die meisten kennen es: dieses Dilemma zwischen: „oh, ich sollte langsam mal anfangen für die Prüfung zu lernen“ und „ach, es ist noch mehr als einen Monat Zeit“; „ein neuer Anstrich täte meinen Wänden gut“; „ich könnte mal zum Friseur gehen“…ihr kennt das 🙂

Nichtsdestotrotz:

Der Tag X wird kommen

und je näher das Schreckensdatum rückt, desto häufiger ver(un)sichert man sich im Dschungel des Social Web bei seinen Kommilitonen, dass es ihnen genauso geht: keine Zeit zum Lernen, nichts vom Stoff verstanden und plötzlich immer mehr Stichpunkte, die man noch lernen sollte…

Immer mit derselben Frage im Hinterkopf:

Wie soll ich nur diese Fülle von Stoff jemals in meinen Kopf bekommen???

und schwupps, wieder einen Tag (nur) damit verbracht, auf allen Kanälen Panik zu verbreiten und Panikmache aufzusaugen…

 

Dabei könnten diese Plattformen doch auch ganz anders genutzt werden…

Statt immer wieder nachzufragen, wie andere lernen und zu versuchen, krampfhaft Karteikarten, Mindmaps oder Merkgeschichten zu verinnerlichen, sollte man versuchen, einfach einmal in sich zu gehen und zu überlegen, wie man selbst in der Schule gelernt hat…

Ich hatte zum Beispiel einen Physiklehrer, der uns lediglich in die richtige Richtung geschubst hat. Die Formeln „mussten“ wir uns jedoch selbst herleiten…nicht über mathematische Regeln, sondern indem wir uns klar werden mussten, was uns diese Formel eigentlich sagen wollte. Nur wer verstanden hat, welchen Unterschied es macht, ob eine Unbekannte im Zähler oder Nenner steht, war bereit, Physik (und indirekt auch Mathe) „mit Leib und Seele “ zu begreifen…

aber zurück zum Thema:

Da ich weder mit fremden Zusammenfassungen noch mit Karteikarten lernen kann und möchte, habe ich zunächst eigene Zusammenfassungen geschrieben…die ersten fast so lang wie der Originaltext , die zweite schon kürzer usw..am Ende konnte ich soweit kürzen, dass ein kompletter Studienbrief auf eine A4 Seite passte …sehr sympathisch zum Lernen 🙂

Aber: was mir viel besser hilft, um auch zu verstehen, was ich da eigentlich lerne, ist eine Methode, die ich als

self-teaching

bezeichnen würde. Indem ich als Lerner versuche, in die Rolle des Lehrenden zu schlüpfen, der den Lehrstoff anderen vermitteln möchte, merke ich, was ich verstanden habe und was nicht. Damit das Ganze rund wird, hab ich angefangen, alles zu filmen und Biwijulchen wurde geboren. Neben dem Effekt, dass ich mich aus einer anderen Perspektive mit dem Stoff auseinandergesetzt habe und dadurch die Studieninhalte automatisch verinnerlicht habe, habe ich auch sehr viel über mich gelernt: Mimik, Gestik und Ausdrucksweise zeigen klar und deutlich ob man sicher im Stoff steht oder nicht.

Zugegeben, es kostet anfangs Überwindung, seinen Laptop (bzw. seiner Kamera) über bildungswissenschaftliche Inhalte zu informieren – aber: es lohnt sich. Und wenn es nur dazu dient, in ein paar Monaten mit dem Bachelorabschluss in der Hand schmunzelnd an die Zeit der Klausuren zurückzudenken…mir jedenfalls fehlt gerade irgendwie das Kribbeln im Bauch – jetzt wo keine Klausuren mehr anstehen 😉

Erzählt mir gern davon, ob ihr self-teaching einmal ausprobieren möchtet oder berichtet mir gern von euren Erfahrungen, falls ihr es bereits getan habt. Stimmt ihr mir zu oder habt ihr gar ganz andere Erfahrungen gemacht???

Auf jeden Fall: vergesst nie:

Der Tag X wird kommen – unabhängig von der Farbe eurer Wände oder eurer neuen Frisur 🙂

 

dem Traum einen Schritt näher – ich darf an einer Schule tätig werden…

Nun gut, nicht als Lehrer aber immerhin…aber von vorn:

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, weiß, dass es mein großer Traum ist, als Lehrer zu arbeiten. „Ja, dann studier doch Lehramt“ – wäre die logische Ansage…Nun hat sich das allerdings umständehalber als recht schwierig erwiesen…

Nun neigt sich mein Biwi-Studium dem letzten Drittel zu und immer öfter stellt sich die Frage:

Was kommt nun???

Durchforstet man die Stellenanzeigen wird einem schnell klar, dass Bildungswissenschaftler scheinbar eine Spezies für sich sind und den meisten noch recht unbekannt…

Für mich steht aber im Verlauf des Studiums auch noch ein (Pflicht-)Praktikum auf dem Plan und so suchte ich eine ganze Weile nach Alternativen für meinen längst begrabenen Traum, an einer Schule tätig werden zu können…

Und dann kam mir der Gedanke, ob nicht auch ein Bundesfreiwilligendienst in Frage kommen könnte…viel länger als ein Praktikum aber im sozialen Bereich…und so nahm das Schicksal seinen Lauf:

Ich beginne ab 01.03.2017 meinen BFD an einer Grundschule und bin gespannt, welche Aufgaben mich dort erwarten werden. Ich bin so glücklich darüber, auch wenn es kein richtiger Job als Lehrer in dem Sinne ist, so bietet diese Tätigkeit den perfekten Einblick in das „wahre“ Schulleben und es wird sich auf jeden Fall positiv auf meine persönliche Erfahrungswelt auswirken. Vielleicht entwickeln sich aus dieser Tätigkeit sogar Impulse für meine bevorstehende Bachelorarbeit???

Wer weiß schon, was die Zukunft bringt…

auf jeden Fall freue ich mich auf die bevorstehende Zeit und falls ihr Interesse habt, kann ich gern hier auf dem Blog darüber berichten

 

In diesem Sinne, wünsche ich auch euch alles Gute und einen beruflichen Auftrieb 🙂

 

 

 

ZUR VORBEREITUNG DES 158. #EDCHATDE AM 10.01.17: Lehrer als Autoren: Bloggen, kommunizieren und schreiben

Please scroll down for English text. Lehrende erstellen täglich Materialien und reflektieren ihre Lehrtätigkeit. Durch digitale Medien stehen einfache Möglichkeiten zur Verfügung , diese Inh…

Quelle: ZUR VORBEREITUNG DES 158. #EDCHATDE AM 10.01.17: Lehrer als Autoren: Bloggen, kommunizieren und schreiben

Durchbruch, Ausbruch, Zusammenbruch…und…Zeit der Besinnung und Veränderung

Liebe Blogleser,

viel Zeit ist vergangen seitdem ich mein letztes Lebenszeichen von mir gegeben habe und nun ist es allerhöchste Zeit, euch auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen…

Durchbruch

Quasi eine Art Durchbruch gab es in meiner „alten“ Wohnung…aufgrund von Baumängeln hatte ich plötzlich einen ungewollten persönlichen Badeteich in meiner Wohnung, sodass ich regelrecht Hals über Kopf eine neue Bleibe finden musste – auch wenn ich nur wenig zu transportieren hatte (denn wirklich zu retten war nur dasjenige, was keinen direkten Kontakt mit Fußboden und Wänden hatte), war der bürokratische Aufwand nicht zu unterschätzen…zu allem Überfluss ließ mich auch mein Auto mitten im Umzug im Stich…nach ganz viel gutem Zureden und noch intensiveren Streicheleinheiten (und ordentlicher Auffüllung der Weihnachtskasse der Werkstatt meines Vertrauens), bin ich zumindest wieder mobil auf unseren Straßen unterwegs…

weniger mobil bin ich auf der Datenautobahn…denn es dauert es noch ein wenig, bis ich meinen neuen Internetanschluss bekomme…aber dieser…

Ausbruch

…aus gewohnten Handlungsschemata war nach anfänglicher Eingewöhnungsphase gar nicht mal so verkehrt…im Gegensatz…ich staune, wie sehr eine Internet- und TV-freie Wohnung eine Familie doch wieder zusammenführt…so viel gelesen, miteinander gespielt (die guten alten Brettspiele) und Spaziergänge haben meine Kinder und ich schon lange nicht mehr gemacht…plötzlich kuschelt man sich wieder intensiv auf der Couch (auch neu versteht sich) zusammen und erzählt über Kindheitserinnerungen – darüber wie ich zum Beispiel die Zeit ohne Internet, Handy, Minecraft und Fernsehen überleben konnte…ich habe sogar das Gefühl, dieser Umzug mit all seinen Einschneidungen und Verlusten hat dennoch bei uns allen eine Art Bewusstseinsveränderung hervorgerufen und mich persönlich dazu angeregt, über mein eigenes (Nutzungs-)Verhalten nachzudenken…eines steht fest: wir werden definitiv daran festhalten, und das Internet wieder viel bewusster nutzen und nur zu festen Zeiten…viel zu sehr haben wir die gemeinsame Offlinezeitnutzung schätzen und lieben gelernt…

Zusammenbruch

Zusammengebrochen sind jedoch meine Pläne hinsichtlich der Fernuni Hagen in diesem Semester…obwohl ich schon einiges ausgearbeitet habe für meine Hausarbeiten, war es aufgrund der Ereignisse unmöglich, mich auf die Hausarbeiten zu konzentrieren … insofern verschiebe ich diese in das nächste Semester mit dem guten Gewissen, dass diese Vorarbeit nicht umsonst war und mir im nächsten Semester viel Zeit erspart

 

Zu guter Letzt

 

möchte ich mich bei euch allen recht herzlich bedanken: für eure lieben Kommentare, fürs fleißige Folgen und für eure Beteiligung in den verschiedenen Netzwerken…

Ich wünsche euch eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr…Mögen eure Vorhaben und Pläne in Erfüllung gehen und bleibt bitte alle gesund!!!

Bis zum Jahr 2017 verbleibe ich mit ganz lieben Grüßen,

 

eure Silva 🙂

 

 

 

 

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen…und…über die Konsequenzen fremdgesteuerter Unzuverlässigkeit – ein Versuch war es wert

Nach einer gefühlten halben Ewigkeit ist es an der Zeit, euch über den aktuellen Stand meines Unilebens zu informieren 🙂 …. zwischen all den wichtigen und unwichtigen Kleinigkeiten, die diese Zeit (kurz) vor Weihnachten so mit sich bringt, bleibt gern das eine oder andere mal auf der Strecke…

Schon vor einiger Zeit gab es das Ergebnis von Modul 2 D – Sozialstruktur und soziale Ungleichheit moderner Gesellschaften und auch dieses Mal war ich positiv vom Ergebnis überrascht…noch das leidige Modul 2 A und dann kann ich auch einen großen Haken hinter die Studienphase 2 machen

Aber, dieser Haken wird noch etwas dauern…erst hatte ich Schwierigkeiten, überhaupt eine Forschungslücke zu finden, nun scheitert es an einer geeigneten Interviewperson und ohne diese, ist mir die Anmeldung zur Prüfung zu ungewiss…Das heißt im Klartext: 2 A wird ein letztes Mal geschoben aber dieses Mal nicht einfach so, sondern quasi mit Struktur 😉

Geht es euch eigentlich auch so???

Da studiert man Bildungswissenschaft(en) und bringt (vermutlich) schon zu Studienbeginn ein gewisses Interesse an bildungswissenschaftlich relevanten Themen mit und dann „darf“ man sich mit (aktuellen) Forschungen auseinandersetzen und überlegt dann wochenlang, was einen eigentlich interessiert und worüber man selbst „forschen“ möchte und hat das Gefühl, man findet keinen Einstieg…

Aber: mir hat dieser Prozess geholfen, herauszufinden, was ich wirklich will und ich habe endlich mein „Spezialgebiet“ gefunden…dieses möchte ich nun gern im Rahmen meines restlichen Studiums und auch in der Bachelorarbeit vertiefend aufgreifen…endlich bin ich wieder Feuer und Flamme für mein Studium nachdem ich zwischenzeitlich nur noch aus „Pflichtgefühl“ heraus von Modul zu Modul gesprungen bin ohne dieses gewisse Kribbeln im Bauch

Wie sieht nun meine Semesterplanung für die verbleibenden Wochen aus??? 2 A nehme ich mit ins neue Semester, 3 A – Medienbildung und mediale Kommunikation greife ich noch dieses Semester an (allerdings habe ich mich auch hier für die Hausarbeit entschieden) und 3 C werde ich zugunsten der Umstrukturierung des Studiengangs vermutlich gegen 3 F tauschen…

3 F??? Ich sehe schon, dass bei einigen gerade die beliebten drei Fragezeichen aufblinken…unser Studiengang wird umstrukturiert, so fällt zB das Wahlpflicht Modul 2 C weg, dafür wird es das besagte Modul 3 F – Kindheits- und Jugendforschung geben…Auf andere Strukturänderungen werde ich demnächst noch etwas mehr schreiben oder in einem Video darauf eingehen. Bis dahin könnt ihr euch gern hier darüber informieren.

Nun zum zweiten Teil der Überschrift:

Ich habe euch ja erzählt, dass ich an der Uni Leipzig ein Lehramtsstudium aufgenommen habe…ich weiß nicht warum…aber schon vor 16 Jahren gab es immer wieder das Problem, dass Züge ausgefallen sind, zu spät kamen etc…damals war es -nervig- heute ich es aber nicht wirklich besser geworden…da haben wir einen regelrechten HighTech City Tunnel, wunderbare Technik und überhaupt einen sehenswerten Hauptbahnhof…nur die ursprüngliche Funktion einer Personenbeförderung scheint zwischen gefühlten tausend Geschäften und stets wechselnden Ausstellungen im Bahnhof verloren gegangen zu sein…

Zumindest habe ich es geschafft, aufgrund von Zugausfall schon mehrfach hoffnungslos zu spät in den Kindergarten zu kommen – nicht nur unangenehm sondern mit der Zeit auch teuer…Also habe ich in den letzten Wochen nur noch eine Veranstaltung pro Tag gesucht…gleich früh 9:15 Uhr…Ende um 10:45 Uhr und somit genügend Zeit, um bis 16 Uhr im Kiga sein zu können…denkste…Zug 1 fällt aus, Zug 2 erst 5 min, dann 15 min dann 60 min Verspätung, dann komplett weggefallen…inzwischen auch den Alternativzug verpasst, da man sich auf die Anzeigetafel verlassen hat…das Ende vom Lied: ca. 15 min vor Schließzeit doch noch den Kindergarten erreicht…Nun sollte man meinen, gut: arbeitet man den Stoff zuhause auf…in Zeiten der Digitalisierung sollte das ja kein Problem sein…denkste…es werden keine Folien online gestellt, keine Literaturtipps…nichts…und die Mitschriften anderer Kommilitonen helfen auch nicht wirklich weiter…heißt im Klartext: ein Versuch war es wert…aber bei so wenig Flexibilität ist das nicht durchzustehen über diesen Zeitraum…Man lässt so viele Nerven aufgrund der Unzuverlässigkeit, dass es nichts bringt, so weiterzumachen. Ich bin zwar trotz meiner doch eher durchorganisierten, strukturierten Lebensweise gern bereit für gewisse Spontanitäten – aber nicht zum Leid meiner Kinder…

Nun habe ich dieses Thema erst einmal abgehakt und widme mich wieder voll und ganz der Fernuni Hagen – zumal es eine Gesetzesänderung gab…man kann nun bereits mit dem Bachelorabschluss Lehrer werden (zumindest in Sachsen)…bleibt zwar immer noch das Problem mit dem ableitbaren Unterrichtsfach – aber für jede Lösung ein Problem, nicht wahr 😉

Und…ganz wichtig….nicht vergessen: Ab dem 01.12. 2016 könnt ihr euch offiziell für das nächste Semester zurückmelden!!!!

 

In diesem Sinne: genießt die Vorweihnachtszeit und nutzt die angebliche besinnliche Zeit zum eigenen Besinnen 🙂

 

 

 

 

 

Weihnachtsstimmung, Winterwetter…und mein zweites Wohnzimmer…A 310 im Paulinum

Da ist sie wieder…die alljährliche Wahrheit, dass in ein paar Wochen wieder völlig unerwartet Weihnachten vor der Tür steht. Während man im Supermarkt bereits seit einigen Wochen gelangweilt an Spekulatius und Pfefferkuchen vorbei läuft und sich dieses Jahr – entgegen jeglicher persönlich auferlegter Prinzipien –  doch schon Wochen vor dem ersten Advent Vorräte anlegt, um pünktlich zum ersten Advent auch tatsächlich Lebkuchen und Stolle essen zu können (ich musste bereits schon zweimal in Folge die traurige Erfahrung machen, dass zum ersten Advent weder Stolle noch Pfefferkuchen zu erschwinglichen Preisen käuflich zu erwerben waren), so konnte ich seit Anfang der Woche auch beobachten, wie auf den Straßen Glühweinstände, Waffelbuden und Christbaumständer aufgebaut werden.

Und damit ich auch wirklich nicht vergesse, dass der Winter im Anmarsch ist, gab es bereits die ersten zugefrorenen Autoscheiben und Schneeschauer…

Ich bin ja an sich schon empfänglich für Weihnachtsstimmung und Weihnachtsduft – aber bitte im traditionellen Sinne und mit Plätzchenbacken, geheimnissvoller Stimmung und liebevoller Deko…Doch darüber mache ich mir vor Dezember noch keine Gedanken…

Worüber ich mir aber Gedanken mache, ist der Fortgang meiner bisherigen Studienleistungen…

Fangen wir mit der Uni Leipzig an…

 

Mein Biwi-Studium aus der FernUni Hagen wurde mir komplett angerechnet, sodass ich nun unerwartet (aber dankend annehmend) zwei „freie“ Tage habe, da ich mich von den Biwi-Veranstaltungen abmelden durfte/sollte/musste, um den Platz freizugeben…

über das Fernbleiben von der Vorlesung bin ich nicht allzu traurig, denn ein reines Folienablesen brauch ich nicht zwingend, um glücklich zu sein und die wirklich relevanten Informationen muss man sich sowieso im Selbststudium aneignen…

Die Seminare hätte ich an sich ganz gern besucht…zum einen, weil mir die Dozenten sehr sympatisch waren, zum anderen, weil ich der Meinung bin, dass man in den Seminaren seine Kommilitonen besser kennenlernt und auch die Übungen und der lockere Umgangston eine gute Vorbereitung auf den Lehrerdienst sind.

Ansonsten kann ich sagen, dass Mathe definitiv den Hauptteil meiner Zeit beansprucht…

Kennt ihr schon mein zweites Wohnzimmer??? Es ist in Raum A 310…man nennt es auch „offener Matheraum“ – eine tolle Erfindung 🙂

„offener Matheraum“???

Mein Wohnzimmer im A 310 ist eine fantastische Gelegenheit, sich im Beisein anderer Studierender- zugegebenermaßen im vorwiegend fortgeschrittenen Semester – sich seinen Mathe(haus)aufgaben intensiv zuzuwenden…Es besteht täglich die Möglichkeit, diesen Raum aufzusuchen und es gibt kompetente Ansprechpartner (meist Studierende höherer Semester), die eine ratlose Studentin gern in die richtige Richtung schubsen – wenn es sein muss, auch mit Schwung und Nachtritt – ohne dabei aber Lösungen vorzugeben oder die Geduld zu verlieren.

Offen bedeutet dabei, dass jeder willkommen ist und unabhängig von Modul und Semester dieses Angebot nutzen kann und man muss sich auch nicht – wie in der Bibliothek – über Zeichensprache möglichst geräuschlos verständigen – sondern es darf geredet werden… und es wird auch erklärt und ab und an etwas an das Whiteboard geschrieben usw…Manchmal wirkt es auf mich abschreckend in Anbetracht dessen, was da noch alles auf mich zukommt.

Mein Dozent würde auf Betrand Russell verweisen und bei jedem Bissen in eine Aprikose daran denken, dass er – im Gegensatz zu vermutlich den meisten seiner Mitmenschen – weiß, dass Aprikosen erstmals in China gezüchtet wurden, über chinesische Geißeln nach Indien gelangten, das Wort „Aprikose“ vom gleichen Stamm abgeleitet wurde wie das Wort „frühreif“ und die Bezeichnung an sich schon ein etymologischer Irrläufer ist…Dank einer Vorlesung zur Einführung in die Welt der natürlichen Zahlen fallen mir jetzt beim Anblick von Zahnstochern die Herleitungen der Teilbarkeit und Primfaktorenzerlegung ein und generell fange ich an, mathematisch zu denken…Ja, ich ertappe mich dabei zu sagen: „Es spielt gar keine Rolle, ob meine Handlung richtig oder falsch ist…solange die Folge wahr (richtig) ist, ist die komplette Implikation wahr…Muss ich mir Sorgen machen???

Nun ja, ich habe nach der ersten Mathewoche tatsächlich schon geschaut, ob nicht Bio die bessere Wahl gewesen wäre…aber Moment mal..bei Bio ist ja das Problem mit Chemie…Geschichte? – Nein, dafür braucht man Latein….Sport? – Aua, mein Knie…Musik, Kunst, Religion…??? Ähm…dann lieber doch Mathe…schon im Interesse der Schüler, die mich vermutlich sonst auf Schmerzensgeld verklagen würden…

Nachdem ich nun die ersten drei-vier mathetraumfreien Nächte seit Studienbeginn erleben durfte, fiel mein Blick auf meine Ordner im Schrank: Was steht da??? FernUni Hagen??? Modul 2A? 3A? 3C???

Ach, da war ja noch was…Also, ihr ahnt es vermutlich: ich habe seitdem ich an der Uni Leipzig bin, nichts wieder für Hagen gemacht…und eigentlich ist nur bis zum 15.12. Zeit, sich für die Prüfungen anzumelden…

Ich habe mich bislang null mit den Modulen beschäftigt und ich habe keine Ahnung, ob es auch nur annähernd eine realistische Chance gibt, dieses Semester überhaupt etwas zu reißen aber ich werde mir jetzt – und ja, jetzt!!! (nach dem Essen, einkaufen, social media checken etc) mal einen Überblick über die Module verschaffen und dann weitersehen…

Und, dann gibt’s ja noch eine Neuigkeit, die ich euch unbedingt erzählen muss…

Aber: Noch nicht…schließlich haben wir Vor-Vorweihnachtszeit und üben uns schon mal in Geduld und frohen Erwartungen

 

In diesem Sinne: kommt alle gut und rutschfrei durch die ersten winterlichen Tage und bleibt motiviert am Lernen!!!