Sei vorbereitet! – Christian Spannagel zu Gast an der Universität Leipzig

Im Rahmen des Lehr-Lern-Projektes „ICM in der Lehramtsausbildung – Entwicklung und Umsetzung eines Pilot-Seminars nach dem Inverted Classroom Model“ der Universität Leipzig stellte Christian Spannagel, Professor für Mathematik und Mathematikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Prorektor für Forschung. Medien und IT die Methode des Flipped Classroom allen Interessierten vor.

ICM Leipzig

 

Nach einer kurzen Vorstellung rief er zur aktiven Teilnahme des Auditoriums auf. So wurden die Anwesenden  angehalten, zu klassischen, dozentenzentrierten Vorlesungen Stellung zu nehmen. In Zweiergruppen wurden Pro- und  Contra – Argumente gesammelt und anschließend gemeinsam zusammengetragen.

Ähnlich verläuft eine Vorlesung nach dem Konzept des Flipped Classroom bei Prof. Spannagel, die jedoch als „aktives Plenum“ bezeichnet wird. Zur Vorbereitung auf das Plenum sehen sich die Studierenden Lehrvideos an und lösen selbstständig Aufgaben zum Thema. Im aktiven Plenum bleibt somit Zeit und Spielraum, häufig auftretende Fragen zu klären und wichtige Inhalte zu vertiefen. Dabei steht immer die Aktivität der Studierenden im Vordergrund.

Christian Spannagel wies auf vermeintliche Fehler hin, die man als Dozent in der Einführungsphase dieser Lehr-Lern-Methode vermeiden sollte, damit die Studierenden vorbereitet im Plenum erscheinen. So ist es ratsam, die Vorbereitungsvideos nicht noch einmal zusammenzufassen oder nachzufragen, wer sich vorbereitet hat, sondern vielmehr von vorneherein voraussetzen, dass die Anwesenden vorbereitet sind.

Bezugnehmend auf die Zielgruppe der Lehramtsstudierenden zeigte Prof. Spannagel ebenfalls Einsatzmöglichkeiten von Videos in Schulen. So können diese beispielsweise im Rahmen des Stationenlernens, in Lernbüros oder zum Nachschlagen integriert werden. Wichtig ist, dass immer Lernstrategien mit vermittelt werden und die Methodik eingeübt wird: je früher, je besser. Auch rät er dazu, keine reinen Erklärvideos einzusetzen, sondern Impulsvideos, die zum Nachdenken anregen und zur Eigeninitiative anregen.

Anschließend konnten die Teilnehmer gemeinsam Fragen entwickeln, die sich ihnen im Zusammenhang mit dem Konzept des Flipped Classroom beschäftigen. Es wurden viele Fragen aufgeworfen, zum Beispiel zur Motivation der Studierenden, sich wirklich auf die Vorlesung vorzubereiten oder wie mit unvorbereiteten Studierenden verfahren werden könnte. Alle Fragen wurden ausführlich beantwortet und die Erfahrungen, die Prof. Spannagel zur Akzeptanz der Methode seitens der Studierenden im Rahmen seiner Tätigkeit gesammelt hat, geschildert.

Es war ein sehr spannender Vortrag, der bei den Teilnehmenden auf regen Zuspruch traf.

Für alle, die am 21.04.2017 nicht „live“ dabei sein konnten oder die sich den Vortrag erneut ansehen möchten, wird es zeitnah ein Video dazu geben. Der Vortrag wurde live gestreamt und zeitnah zur Verfügung gestellt. Ich werde den Stream hier verlinken, sobald er online ist.

 

 

 

Eine Ära neigt sich dem Ende zu…

zumindest schließt sich ein Kapitel endgültig. Heute kam das letzte Paket im Rahmen meines Bachelorstudiums Bildungswissenschaften an der Fernuni Hagen. Insgesamt schmücken nun also 57 Studienbriefe meinen Bücherschrank…

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Der Plan für das kommende Jahr ist gut gefüllt. In den nächsten zwei Semestern möchte ich mein Studium abschließen und es stehen noch die folgenden Module an:

  • Modul 2 A: Empirische Bildungsforschung – Qualitative Methoden (schiebe ich seit 3 Semestern vor mir her)
  • Modul 3 A: Mediale Bildung und Medienkommunikation
  • Modul 3 B: Praxis der Mediendidaktik
  • Modul 3 C: Heterogenität und Schule

Mein Plan sieht also vor, dass ich noch 4 Hausarbeiten schreiben werde, bevor dann das Meisterwerk 😉 ansteht.

Als ich noch in der ersten Studienphase war, konnte ich es kaum erwarten, endlich Hausarbeiten zu schreiben…inzwischen wünsche ich mir regelrecht die Klausuren zurück.

Falls Ihr euch fragt, warum es zur Zeit etwas ruhiger bei mir geworden ist…ich surfe derzeit auf verschiedenen Datenbanken und Onlineportalen durch die Gegend, sammle Ideen, massenhaft Literatur und lese, lese, lese …

Allen, die sich noch auf ihre nächsten Klausuren freuen dürfen: genießt es!!! Es ist schneller vorbei, als euch lieb sein wird 🙂

 

 

 

 

es wird Frühling an der Fernuni Hagen …

… zwar leider noch nicht im Sinne frühlingshafter Temperaturen und Sonnenschein –

dafür aber im Sinne des Erblühens erster Erneuerungen.

Seit einiger Zeit plädiere ich immer wieder für eine stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen Studierenden und nun wurden gleich zwei Konzepte entwickelt, die einen großen Schritt in Richtung Kollaboration darstellen: der PfadLerner und die offene Lernplattform wurden zum Leben erweckt und ich möchte euch an dieser Stelle eine kurze Vorstellung der neuen Tools geben. Beide befinden sich noch in einer Art Beta-Phase und müssen noch an einigen Stellen verbessert werden – doch dazu wäre es schön, wenn sich viele beteiligen und ihre Erfahrungen mit einbringen würden.

Denn Kollaboration bedeutet gemeinschaftliches Arbeiten …

… und erst die Vernetzung und das Zusammenbringen vieler Ideen und Erfahrungen bringen einen bemerkenswerten Mehrwert zustande.

Beginnen möchte ich mit dem Pfadlerner der FernUniversität in Hagen .

Angelehnt an der Prinzip des Geocachings besteht hier die Möglichkeit, eigene Touren zu erstellen und an selbstgewählten Stationen Aufgaben zu hinterlassen, die dann von anderen gelöst werden können. Dieses Tool lebt von möglichst vielen Touren, die angelegt werden können. Erste Umsetzungsversuche sind bereits gestartet und durch die Sammlung von Erfahrungswerten kann es weiter verbessert werden. Gern seid ihr eingeladen, alle eure Erfahrungen in diesem Dokument zu sammeln, damit Schwachstellen identifiziert werden können und ggf. ausgebessert werden.

Weiterführende Informationen zum Pfadlerner findet ihr auch hier: Pfadlerner der Fernuni Hagen .

 


 

Eine weitere spannende Neuerung ist die offene Lernplattform der Fernuni Hagen .

Diese steht zudem allen Interessierten – auch außerhalb der Fernuni Hagen – offen und dient dem gemeinsamen Austausch. Auf dieser Plattform werden u.a. sogenannte MOOCs, d.h. massive open online courses angeboten. Das bedeutet, dass sich jeder Interessierte online und kostenfrei weiterbilden kann, indem er sich in einen solchen Kurs einschreibt. Desweiteren besteht die Möglichkeit, gemeinsam Wikis zu stellen, d.h. Interessierte können gemeinsam Dokumente erstellen, bearbeiten und kommentieren und somit ein eigenes Sammelsurium an Wissen erarbeiten, das letztendlich für alle von großem Nutzen ist. Es gibt auch ein Einstiegstutorial nach dessen erfolgreichem Abschluss Badges, also eine Art Belohnungsabzeichen winken:

badges

Schaut gern mal rein und beteiligt euch gern mit. Ich würde mich sehr darüber freuen!!!

Alles Liebe,

eure Silva

 

 

 

Loslassen fällt schwer…das Festhalten an Illusionen leider auch…

In wenigen Tagen ist es soweit…die Klausuren stehen an. Für viele wird es die erste große Hürde sein, die sie im Studium überwinden müssen. Und so schleichen sich unweigerlich tausend Fragen in den Kopf: Was wird mich erwarten? Wie wird die Prüfung ablaufen?

Habe ich genug gelernt – und vor allem: Habe ich das Richtige gelernt?

Je näher der gefürchtete Tag X rückt, desto wirrer werden die Gedanken…Eine Mischung aus Panik und Hoffnung macht sich breit. Panik, noch rechtzeitig die letzten Lerninhalte zu verinnerlichen –  Hoffnung, darauf zu vertrauen, was man bereits kann.

Oftmals leidet unter diesem – selbst auferlegten – Stress das gesamte Umfeld mit. Man ist gereizt, nervös und schlecht gelaunt. Nicht selten verliert man den Blick für das Wesentliche und zerstört so unbewusst und beiläufig  genau die Strukturen und Leitlinien, die einem fernab der Prüfungszeit Halt, Sicherheit und Zufriedenheit verschaffen.

Auch wenn es schwerfällt mit Blick auf den Kalender, sollte man versuchen, loszulassen…

Loslassen von dem krampfhaften Versuch, genau das nachzuholen oder aufzuholen, was man im Laufe des Semesters eigentlich schaffen wollte. Loslassen, von dem nächtelangen Lernen, schlaflosen Nächten und gedankenversunkenen Hineinleben in den Tag. Oftmals hält man an der Illusion fest, dass ein kleines Wunder geschieht. Das plötzlich die Erleuchtung kommt, der Stoff im Gedächtnis verankert bleibt und die Tage plötzlich drei Stunden länger werden. Und es fällt ebenso schwer, sich einzugestehen, dass auch diese Illusionen nur Wunschdenken bleiben werden.

Allen, die sich jetzt vielleicht in diesen Zeilen wiedererkennen und sich sagen, dass sie aber genau diesen Zustand nicht ändern können, dass sie jede freie Minute für das Lernen aufwenden müssen, um eine reelle Chance zum Bestehen der Klausur zu haben, sei gesagt:

Nehmt euch bewusst eine Auszeit.

Gönnt euch einen Nachmittag mit eurer Familie, euren Freunden oder einfach für euch selbst. Vergesst für einen Nachmittag die Ängste, Sorgen und den Zwang, unbedingt weiterlernen zu müssen…und genießt diesen in vollen Zügen: ohne schlechtes Gewissen, ohne Blick auf die Uhr und wirklich: ohne Lernen.

Tankt Kraft und Energie, streichelt eure Seele und atmet bewusst auf…diese Zeit, die ihr jetzt wirklich nur in euch und euer Wohlbefinden investiert, wird sich doppelt und dreifach positiv auszahlen. Plötzlich sind die Kraftreserven wieder aufgetankt und vielleicht bringt der Abstand doch unverhofft die langersehnte Erleuchtung. Vielleicht werden auf einmal Zusammenhänge klarer, der Lernstoff strukturierter und der Optimismus wieder größer.

In jedem Falle solltet ihr euch immer im Klaren darüber sein:

Es ist „nur“ eine Klausur.

Der Fortbestand der Welt hängt nicht von dem Ergebnis dieser Prüfung ab, die Erde dreht sich weiter…aber die Liebsten um euch herum werden es euch danken, wenn ihr wieder zu euch selbst findet und die Situation sich entspannt…

In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine nach bestem Wissen und Gewissen entspannte letzte Prüfungsvorbereitungszeit und

Toi Toi Toi,

eure Silva

Tick tack, tick tack…Wir haben doch keine Zeit!!!

Tick tack, tick tack…

Wie die Zeit vergeht…

  • die Tage werden wieder länger
  • die Wochenenden scheinbar kürzer
  • die Arbeitstage stressiger …

und dabei Haben wir doch keine Zeit,

oder doch?

Bald stehen für viele von euch die Klausuren an…für einige wird es zum ersten Mal spannend, andere überlegen noch, ob es schon Routine ist oder ob sie sich wie beim ersten Mal fühlen sollten, wieder andere gehen entspannt zur Prüfung, da es ihre letzte Klausur im Studium ist…

Und dennoch stellen sich immer wieder diesselben Fragen:

  • Habe ich mich überhaupt richtig angemeldet?
  • Was werde ich alles brauchen?
  • Wo schreibe ich eigentlich?
  • Und wann???
  • Was wird wohl dran kommen … lerne ich jetzt wie wild doch noch den letzten Studienbrief? Verlasse ich mich auf Bulemielernen? Wird es wohl gut gehen?

Nun, vielleicht kann ich euch zumindest bei einigen dieser Fragen helfen, denn wie wir schon festgestellt haben:

Wir haben keine Zeit!!!

Die erste Frage entscheidet darüber, ob ihr vielleicht doch unverhofft kurzfristig wieder viel mehr Zeit habt als gedacht.

  • Habe ich mich überhaupt richtig angemeldet?

Ihr müsst euch für jede Prüfungsleistung, die ihr absolvieren möchtet, separat anmelden, egal ob es sich um eine Hausarbeit oder eine Klausur handelt. Und dafür gibt es feste Fristen…und mit fest meine ich wirklich fest: ohne Pardon, ohne Ausnahme…und diese Frist ist bereits am 15.12.2016 abgelaufen. Falls sich jetzt bei euch erste Panik breit macht, euch die Schweißperlen über die Stirn laufen und ihr nervös überlegt, ob ihr euch angemeldet habt, dann klickt schnell auf euren Virtuellen Studienplatz und kontrolliert den Status eurer Prüfungen.


Wieder zurück??? Sehr gut. Dann hat es mit der Anmeldung scheinbar geklappt!!!


 

Nun stellt sich die nächste Frage:

  • Was werde ich alles brauchen?

Nun, das hängt zum einen von der Art eurer Klausur ab, zum anderen von eurem persönlichen „Survival – Kit“ in Form von Nervennahrung, Glücksbringern und anderen lebenserhaltenen Vorsorgemaßmahmen.

Hinsichtlich der Art der Klausur gibt es „Viel-Text-Schreib-Klausuren“ und Multiple Choice Klausuren. Müsst ihr Fragen beantworten und Texte schreiben, so solltet ihr eine repräsentative Auswahl gut schreibender und angenehm in der Hand liegender Kulis mitnehmen. Achtung: bitte auf blaue Tinte achten. Rot oder Grün sind nicht so gern gesehen….die Faschingszeit ist zum Zeitpunkt der Prüfung schließlich vorbei 🙂

Bei den MC-Klausuren findet ihr detaillierte Hinweise bei Moodle, i.d.R. solltet ihr aber einen (harten) Bleistift und einen Radiergummi zusätzlich an Bord haben.

Desweiteren braucht ihr auf jeden Fall euren gültigen (!!!) Ausweis (Personalausweis oder Reisepass) sowie euren Studentenausweis. Es kann nicht schaden, sich für alle Fälle die Anmeldebestätigung für die Klausur mitzunehmen, aber im Normalfall braucht ihr diese nicht.

Eure persönlichen Sachen – Dextro-Energen, Getränke, Taschentücher, Gummibärchen, Kopfschmerztabletten solltet ihr insofern bewusst auswählen, als das auf den Plätzen im allgemeinen nicht allzu viel Platz ist und ihr solltet knisternde, raschelnde oder irgendwie sonst geräuschvolle Verpackungen meiden. Auch Chips und Pizza solltet ihr lieber anschließend im Kino oder in der nächsten Kneipe verzehren. Apropos Kneipe….ihr werdet zwar gefragt, ob ihr in der Lage seid zu schreiben usw…aber ich weiß gar nicht, ob es eigentlich ein Alkoholverbot während der Klausur gibt???

Zieht euch bequeme Kleidung an, nehmt für alle Fälle einen Pulli mit (in klimatisierten Hörsäälen kann es ganz schön kühl werden) und bitte: keine Klapperschuhe!!! Das stört ungemein, wenn ihr doch mal auf WC müsst oder so.


Soweit alles gecheckt??? – Perfekt, weiter zum nächsten Schritt!!!


 

  • Wo und wann schreibe ich die Klausur?

Die Klausuren werden meistens in den verschiedenen Fakultäten der ansässigen Universität(en) geschrieben. In Leipzig habe ich mehrfach bei den Medizinern in der Uniklinik geschrieben. Einmal sogar im Anatomie-Hörsaal…mit Blick auf den Seziertisch…das war mal so richtig krass^^

Hier mal ein kleiner Eindruck:

Erstmals wieder mehr Studienanfänger
Anatomiehörsaal Leipzig

Den genauen Ort und die Uhrzeit findet ihr ebenfalls auf der Homepage der Fernuni. Für dieses Semester könnt ihr alles hier nachlesen. Plant in jedem Fall aber genügend Zeit für die Anreise – und v.a. für die Parkplatzsuche – ein. Das ist manchmal die größere Hürde als die eigentliche Klausur.


Jetzt wollt ihr natürlich wissen, was dran kommt??!!??


Sorry, aber ihr wisst ja: Wir haben keine Zeit!!! Ich weiß es nicht und hellsehen kann ich leider auch nicht. Ich kann euch nur den Tipp geben: Ackert Moodle durch und nehmt die Lesekurse ernst. Dann wird das schon werden!!!


Und wer jetzt Lust auf eine leckere Tasse Cappucchino, Kaffee oder Tee bekommen hat aber trotzdem etwas für die Uni machen möchte:

Ich habe mal versucht, ein paar Rätsel und Lückentexte zu erstellen. Wenn euch diese Idee gefällt, können wir gern noch mehr basteln 🙂 vergesst dann aber bitte nicht, eine Bewertung für die App zu hinterlassen – denn das würde mir gefallen. Danke!!!

Hier findet ihr diese Rätsel: Learning Apps

 

Viel Spaß damit und viel Freude beim Lernen!!!

 

Alles Liebe,

eure Silva

 

 

 

„Muss ich euch denn auch noch sagen, dass ihr euch die Fragen aufschreiben müsst?“ studentische Basis(in)kompetenzen 4.0

Wenn ich abends auf die Idee komme, „nur noch mal schnell“ etwas auf Youtube zu recherchieren, so endet dies meistens in einer Art never-ending-story oder wie heute in diesem Blogpost…

aber von vorn:

So langsam lebe ich mich in meiner neuen Wohnung ein und finde regelrecht Gefallen an meinem neuen – extern verursachten – puristischen Lebensstil.

Und was macht man, wenn man gerade anfängt, wieder glücklich und zufrieden zu sein??? Richtig: Man sucht nach potentiellen Störfaktoren, die versuchen, diesen drohenden Gleichgewichtszustand aufzuhalten. Meine Suche hat (vorerst) ein Ende, denn ich habe ihn gefunden:

Ich habe Sehnsucht…

…aber nicht nach Urlaub, Reichtum oder der perfekten Liebe…nein:

Ich habe Sehnsucht nach der Uni…

 (vielleicht sind es auch Nachwehen des letzten grippalen Infekts)

Nachdem ich dieses Semester schon begonnen hatte, mich in meine anstehenden Hausarbeitsthemen einzulesen und diese ja nun umständehalber verschieben musste, juckt es mir regelrecht in den Fingern, weiter zu recherchieren, Thesen aufzustellen und endlich loszulegen…

so auch heute…ich habe im Zusammenhang mit den Konzepten des Lernens durch Lehren (initiiert durch Prof. Dr. Jean-Pol Martin )sowie Flipped Classroom ein paar Ideen im Hinterkopf, die ich euch zu gegebener Zeit  vorstellen werde. Und so kam es, dass ich in diesem sehr anschaulichen Video von Prof. Dr. Christian Spannagel plötzlich auf eine gänzlich andere Frage gestoßen bin:

Brauchen Studierende von heute erst noch ein Propädeutikum für Basiskompetenzen???

Über die Qualität unseres Bildungswesens wird ja bereits an vielen Stellen ausführlich debattiert und es ist auch nicht nur reine Schwarzmalerei, dass sich aufgrund der prekären momentanen und vermutlich auch zukünftigen Situation daran nicht viel ändern wird…aber was ich im Video gehört habe, regt mich doch stark zum Nachdenken an.

Da werden solche brillianten Konzepte wie das besagte FCK entwickelt und endlich der Grundstein für die Verwirklichung des ursprünglichen Bildungsgedankens (disziplinierte Biwistudenten denken vermutlich sofort an Adorno) gelegt und dann droht es wirklich daran scheitern, dass Studenten vergessen, ihre Fragen zu notieren??? Ich kann verstehen, dass man beim Lauschen der angenehmen Stimme Lust zum Kochen bekommt, vielleicht färbt man sich auch nebenbei die Haare oder putzt mal seine Fenster….aber das zähle ich alles noch unter Selbstverantwortung. Nur: spätestens nach der ersten Präsenzveranstaltung, bei der ich als einzigste nichts wusste (dafür jedoch die schönste Frisur hatte) muss mir doch klar werden, dass ich an meinem Konsumverhalten arbeiten muss…oder zumindest Zettel und Stift griffbereit halte. Auch finde ich die Anreize über Worksheet und Hörsaalspiele sympathisch und irgendwie haben sie ihren Reiz und Daseinsberechtigung (und für mich wieder ein Stichpunkt auf meiner langen Liste worüber ich noch mehr wissen möchte)…und dennoch brennt mir die Frage unter den Nägeln:

Muss man zwischen Studenten und Studierenden unterscheiden?

Beginnt man nicht ein Studium gerade deshalb, weil man für sein Fach brennt? Ist es nicht selbstverständlich, dass man für sich selbst lernt und nicht, um am Ende einen Smiley auf der Fleißstraße zu erhalten?

Zugegeben, dass alles klingt ziemlich nach Streber…und ja, ich habe im ersten Leben Geisteswissenschaften studiert, und ja: die konstruktivsten Gespräche fanden vor dem Hörsaal oder bei gedämpften Lichtverhältnissen statt und ja: wir waren eine eigene Spezies…aber: bei uns bestanden Vorlesungen  noch zu 100 % aus Frontalunterricht in viel zu kleinen Hörsäälen und zT ohne Mikro…das war so effektiv wie zu versuchen, aus monotonen Schnarchgeräuschen eine Melodie herauszuhören.

Zu gut erinnere ich mich an mein Erststudium als es in der ersten Veranstaltung jeweils eine Liste mit gefühlten 100 Büchern gab, die man doch bitte durcharbeiten sollte…ewiges Anstehen am Kopierer, bei dem garantiert Patrone und/oder Papier leer waren wenn man dann endlich dran war etc….und nun bekommt man die Gelegenheit, sich zuhause gemütlich auf der Couch mit Pizza und Bier am Schreibtisch mit Studentenfutter und stillem Wasser (ist ja Mathe, also Ruhe auf allen Kanälen bitte) mit dem Stoff anzufreunden, um dann gemeinsam darüber diskutieren zu können. Ein Traum jedes Studierenden…und m.E. der Grundstein für die Hervorbringung kritisch denkender, teamfähiger und konstruktiver Wissenschaftler.

Also bitte: liebe Studenten und Studierende: wenn ihr die Chance habt, Teil der Generation FCK sein zu dürfen, nehmt diese Möglichkeit ernst und tapeziert eure Wände mit nur einem großen Zettel…greift zum Edding und schreibt ganz groß drauf:

Wir sind ein Team!!!

  • denn als Team können wir als Studierende unseren Dozenten vermitteln, was wir brauchen, um damit besser klarzukommen (und dafür kann euer Prof seine Zeit wieder in andere Projekte – zB eure Klausurfragen investieren)
  • zeigt als Team, dass dieser Ansatz brilliant ist und hoffentlich bald viel mehr noch auch an anderen Unis ausprobiert wird

self-teaching – (m)ein Selbstversuch

So langsam nähert sich wieder die Zeit der Klausuren…das schlechte Gewissen der viel zu langen Auszeit kommt so langsam durch, aber so richtig eng ist es auch noch nicht…

Die meisten kennen es: dieses Dilemma zwischen: „oh, ich sollte langsam mal anfangen für die Prüfung zu lernen“ und „ach, es ist noch mehr als einen Monat Zeit“; „ein neuer Anstrich täte meinen Wänden gut“; „ich könnte mal zum Friseur gehen“…ihr kennt das 🙂

Nichtsdestotrotz:

Der Tag X wird kommen

und je näher das Schreckensdatum rückt, desto häufiger ver(un)sichert man sich im Dschungel des Social Web bei seinen Kommilitonen, dass es ihnen genauso geht: keine Zeit zum Lernen, nichts vom Stoff verstanden und plötzlich immer mehr Stichpunkte, die man noch lernen sollte…

Immer mit derselben Frage im Hinterkopf:

Wie soll ich nur diese Fülle von Stoff jemals in meinen Kopf bekommen???

und schwupps, wieder einen Tag (nur) damit verbracht, auf allen Kanälen Panik zu verbreiten und Panikmache aufzusaugen…

 

Dabei könnten diese Plattformen doch auch ganz anders genutzt werden…

Statt immer wieder nachzufragen, wie andere lernen und zu versuchen, krampfhaft Karteikarten, Mindmaps oder Merkgeschichten zu verinnerlichen, sollte man versuchen, einfach einmal in sich zu gehen und zu überlegen, wie man selbst in der Schule gelernt hat…

Ich hatte zum Beispiel einen Physiklehrer, der uns lediglich in die richtige Richtung geschubst hat. Die Formeln „mussten“ wir uns jedoch selbst herleiten…nicht über mathematische Regeln, sondern indem wir uns klar werden mussten, was uns diese Formel eigentlich sagen wollte. Nur wer verstanden hat, welchen Unterschied es macht, ob eine Unbekannte im Zähler oder Nenner steht, war bereit, Physik (und indirekt auch Mathe) „mit Leib und Seele “ zu begreifen…

aber zurück zum Thema:

Da ich weder mit fremden Zusammenfassungen noch mit Karteikarten lernen kann und möchte, habe ich zunächst eigene Zusammenfassungen geschrieben…die ersten fast so lang wie der Originaltext , die zweite schon kürzer usw..am Ende konnte ich soweit kürzen, dass ein kompletter Studienbrief auf eine A4 Seite passte …sehr sympathisch zum Lernen 🙂

Aber: was mir viel besser hilft, um auch zu verstehen, was ich da eigentlich lerne, ist eine Methode, die ich als

self-teaching

bezeichnen würde. Indem ich als Lerner versuche, in die Rolle des Lehrenden zu schlüpfen, der den Lehrstoff anderen vermitteln möchte, merke ich, was ich verstanden habe und was nicht. Damit das Ganze rund wird, hab ich angefangen, alles zu filmen und Biwijulchen wurde geboren. Neben dem Effekt, dass ich mich aus einer anderen Perspektive mit dem Stoff auseinandergesetzt habe und dadurch die Studieninhalte automatisch verinnerlicht habe, habe ich auch sehr viel über mich gelernt: Mimik, Gestik und Ausdrucksweise zeigen klar und deutlich ob man sicher im Stoff steht oder nicht.

Zugegeben, es kostet anfangs Überwindung, seinen Laptop (bzw. seiner Kamera) über bildungswissenschaftliche Inhalte zu informieren – aber: es lohnt sich. Und wenn es nur dazu dient, in ein paar Monaten mit dem Bachelorabschluss in der Hand schmunzelnd an die Zeit der Klausuren zurückzudenken…mir jedenfalls fehlt gerade irgendwie das Kribbeln im Bauch – jetzt wo keine Klausuren mehr anstehen 😉

Erzählt mir gern davon, ob ihr self-teaching einmal ausprobieren möchtet oder berichtet mir gern von euren Erfahrungen, falls ihr es bereits getan habt. Stimmt ihr mir zu oder habt ihr gar ganz andere Erfahrungen gemacht???

Auf jeden Fall: vergesst nie:

Der Tag X wird kommen – unabhängig von der Farbe eurer Wände oder eurer neuen Frisur 🙂