digitale Inklusion bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten

Liebe Blogleser,

LRS, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Teilleistungsstörungen, mangelnde Lese- und/oder Schreibkompetenz…das sind einige „Umschreibungen“ für ein Phänomen, dass ich in den nächsten Wochen (Monaten? Jahren?) näher untersuchen möchte…oder um es genauer zu sagen: Ich möchte den Fokus darauf legen, ob und welche Möglichkeiten es mit digitalen Technologien gibt, die Chancenungleichheit im Unterricht abzubauen und diesen Kindern eine gerechte, inklusive Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen.

Natürlich gibt es bereits einige Ansätze, die – zumindest bei diagnosizierter LRS – den Kindern (und Jugendlichen) eine Gleichstellung vorzugaukeln, z.B. durch (teilweise) Notenbefreiung, Textoptimierung, Bewertung mündlicher Leistungen, Zeitzugaben etc…aber was ist zB mit rechenschwachen Kindern? Diese gibt es ja offiziell nicht, demnach auch keine Gleichbehandlung *ironie off* … oder wie sieht es bei LRS-Kindern mit Chancengleichheit in anderen Schulfächern aus? Auch in Mathematik kommt man nicht weit, wenn man über differente Sinneswahrnehmungen verfügt.

Ich möchte allerdings keine Debatte über Gerechtigkeit oder Sinnhaftigkeit auslösen. 

Vielmehr interessiert mich etwas anderes: oftmals zeigen betroffene Kinder eine exzellente Computeraffinität. Sie können sich über einen erstaunlich langen Zeitraum konzentrieren, wenn sie am Bildschirm arbeiten. Sie entwickeln eine hervorragende Kreativität, erkennen Algorithmen und haben sichtlich Spaß am Lernen und/oder Lesen. Bislang gibt es allerdings wenig Literatur zum Einsatz digitaler Medien bei LRS.

Deshalb mein kleiner Aufruf: Falls ihr Studien/Erfahrungsberichte oder Literatur zu diesem Thema (digitale Inklusion) kennt, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr diese mit mir teilt.

Abschließend möchte ich mich noch für all die lieben Kommentare, Nachrichten und Emails bedanken, die mich aufgrund meines letzten Posts erreicht haben. DANKE!!! Ihr seid einfach der Hammer!!! Mit einer solchen Ressonanz habe ich weder gerechnet, noch sollte diese ein Auslöser sein.

In diesem Sinne:

Danke, Danke, Danke,

eure Silva

 

 

 

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Umgang mit Social Media – eine Gratwanderung

Liebe Blogleser,

 

Vielleicht hat sich der eine oder andere gewundert, warum es in den letzten Monaten so ruhig bei mir war. Ich habe mir selber eine Social Media Pause auferlegt, um für mich einen Weg zu finden, wie ich einerseits ein besseres Zeitmanagement aufstellen kann und andererseits wie ich mit manchen Nachrichten umgehen sollte. Gerade wenn es auf die Prüfungen zugeht, erreichen mich täglich bis zu 30 Nachrichten zum Ablauf von Prüfungen, Inhalten etc…Anfangs habe ich jede Nachricht sehr ausführlich beantwortet und auch zusammenfassende FAQ-Videos zu den häufigsten Fragen auf Youtube bereitgestellt. Als ich nun aufgrund privater Umstände (2 Jobs, Doppelstudium, 2 Kinder) einige Nachrichten nicht mehr so ausführlich oder etwas zeitverzögert (2-3 Stunden nach Eingang) beantwortet habe, bekam ich teilweise doch recht schroffe Antworten zurück. Auch kann ich individuelle Einzelfallfragen oder Fragen zum Masterstudium nicht beantworten bzw. möchte ich dazu keine Informationen weitergeben, die ich nicht zu 100 % mit Sicherheit kenne. Ich bin auch nur „ganz normale“ Biwistudentin im B.A. Studiengang und beziehe meine Informationen ebenfalls nur von der Homepage. Ich kann nur immer wieder betonen, dass alle Mitarbeiter (mit denen ich bislang zu tun hatte) sehr hilfsbereit und auskunftsfreudig sind und lege daher jedem nahe, selbst anzurufen und die entsprechenden Fragen abzuklären. Auch Fragen nach Berufsperspektiven und Anerkennung des Studiums kann ich nicht beantworten, da diese auch abhängig vom jeweiligen Bundesland sind und oft weitere individuelle/biographische Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Ein weiterer Punkt, der mich einige Zeit beschäftigt hat, ist ein gewisser Forderungsaspekt einiger Studierender. Ich habe meine Zusammenfassungen etc. alle selbst in meiner Freizeit erstellt und mit euch kostenfrei geteilt ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität (einige Studienbriefe wurden ja inzwischen überarbeitet). Dennoch erhalte ich immer wieder Nachrichten, dass weitere Unterlagen für die Klausurvorbereitung von mir erstellt werden sollen oder warum noch keine aktualisierten Versionen hochgeladen wurden etc…meistens ist der Ton dabei ziemlich neben der Spur. An manchen Tagen sehe ich darüber hinweg und schiebe es beiseite. An anderen Tagen ärgert mich das schon, da mit einer gewissen Hartnäckigkeit darauf bestanden wird, dass neues „Material“ abgeliefert wird. Ich war schon fast soweit, alle Materialien wieder aus dem Netz zu nehmen. Aber ich denke, dass das gegenüber denjenigen, die meine Zusammenfassungen nutzen auch nicht fair ist. Ich kann nur nochmals betonen: Ich nehme kein Geld für meine Arbeit und habe diese Zusammenfassungen, Mindmaps und Lernapps als Grundlage für meine eigene Klausurvorbereitung genutzt.

Bitte seid also so fair und verkneift euch lieber einen Kommentar statt nur zu kritisieren oder tut dies zumindest in einem angemessenen Ton.

Was Videos betrifft, weiß ich noch nicht, wie es weitergeht. Mir fehlt schlicht und ergreifend einfach die Zeit, die von mir bereits absolvierten Module noch einmal aufzuarbeiten. Jetzt schreibe ich nur noch Hausarbeiten und ich weiß nicht, ob es da überhaupt sinnvoll ist, Videos zu machen…

Nun aber genug gejammert…und auf zum Wesentlichen:

Ich konnte letztes Semester Modul 2 A – qualitative Sozialforschung erfolgreich abschließen und beschäftige mich dieses Semester mit den Modulen 3 A (Mediale Bildung und Medienkommunikation), 3 B (Praktikumsmodul) und 3 C (Heterogenität und Schule). Während ich mich im letzten Semester sehr schwer damit getan habe, welche bildungswissenschaftlichen Felder mich überhaupt richtig interessieren, habe ich endlich meine „Bestimmung“ gefunden – hoffe ich 🙂 . Bisher war es immer so, dass ich das Gefühl hatte, in viele Bereiche nur reingeschnuppert zu haben aber von nix wirklich Ahnung hatte…ich fand vieles spannend aber viel zu weitreichend und konnte mich einfach nicht festlegen, welches Feld ich eigentlich genauer untersuchen möchte. Auch beruflich fehlte mir bislang jegliche Perspektive, worauf ich mich spezialisieren möchte oder wohin die Reise führen soll. Jetzt bin ich auf einen Bereich gestoßen, für den ich wirklich brenne – eine Art „Handwerkszeug“, in das ich mich reindenken kann und was ich weiterverfolgen möchte. Ich kann euch in einem anderen Blogbeitrag gern etwas mehr dazu schreiben, falls euch das interessiert. Vielleicht findet ihr es auch spannend, wie ich überhaupt vorgehe, um mir dieses Feld zu erschließen.

Jobmäßig bin ich nach wie vor an der Grundschule als Bufdi tätig und ich liebe meinen Job. Ich mag mir noch gar nicht vorstellen, dass meine Zeit dort bald vorbei ist. Schon verrückt, wie schnell man sich an seine Schüler gewöhnt. Ich kenne jeden einzelnen inzwischen in einem Großteil seiner Persönlichkeit samt familiären Umfeld, Hobbys und Freizeitaktivitäten. Für viele Schüler bin ich eine Art Vertrauensperson geworden und durch meine Stellung – weder Fachlehrer noch Involvierter – suchen viele SuS meinen Rat auf oder vertrauen mir persönliche Dinge an. Das ist eine sehr faszinierende Erfahrung – v.a. wenn man merkt, dass man die SuS auch ein Stück weit begleitet in ihrer Persönlichkeitsentfaltung.

Seit August arbeite ich auch als wissenschaftliche Hilfskraft an der FernUniversität in Hagen und bin in ein Forschungsprojekt involviert. Genaueres dazu kann/darf und möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten – nur soviel: auch diese Tätigkeit ist absolut spannend und eine tolle Erfahrung.

Ich wünsche allen, die bereits vor ihren neuen Studienunterlagen sitzen ein spannendes und erfolgreiches Semester und wünsche euch alles Gute,

eure Silva