Lebenszeichen, Zeitmanagementchaos und Perspektiven

Liebe Blogleser,

lange Zeit war es sehr still hier auf meinem Blog und auch neue Videos gab es schon längere Zeit nicht mehr.  Das tut mir sehr leid, war aber zeitlich in den letzten Wochen nicht machbar. Ich möchte euch in diesem Blogbeitrag heute berichten, was in den letzten Wochen mein Leben geprägt hat, was ich mir für dieses Semester vorgenommen habe und wie der aktuelle Stand der Dinge ist.

Vor geraumer Zeit habe ich euch geschrieben, dass ich jetzt als Bundesfreiwillige an einer Grundschule tätig bin. Dieser Job brachte für mich einige gravierende Herausforderungen mit sich. Den meisten von euch ist die momentane Lehrermangelsituation sicherlich bekannt und auch ich habe jetzt hautnah erlebt, wie katastrophal der Zustand tatsächlich ist. Bin ich bisher noch davon ausgegangen, dass dieser Zustand in den Medien etwas dramatisiert wurde, musste ich nun einsehen, dass es eher noch beschönigt wurde. Und so wurde ich von der ersten Woche gleich als Vertretungslehrer eingesetzt. Natürlich habe ich mich anfangs sehr darüber gefreut und war mit Herzblut und Freude sofort bei der Sache. Ich habe jedoch rasch festgestellt, dass zwischen meinen Erfahrungen als Nachhilfelehrerin und der Tätigkeit als Lehrende vor einer Schulklasse Dimensionen liegen. Was anfangs noch eher den Charakter von Ausprobieren und Improvisieren hatte, stellte sich rasch um auf gezielte, binnendifferenzierte Unterrichtsvorbereitung, Umgang mit Konfliktsituationen und Klassenzimmermanagement. Die größte Herausforderung für mich war dabei, einen Mittelweg zwischen „freundschaftlichem Umgang“ und „Autoritätsperson“ zu finden. Während meiner Tätigkeit als Nachhilfelehrerin habe ich sehr viel Wert auf Zwischenmenschlichkeit gelegt. Ich habe jeden einzelnen Schüler sehr ernst genommen und mich auch individuell auf die jeweilige Gefühlslage eingestellt. Dies ließ sich so nicht übertragen. Zudem hat natürlich auch jeder Lehrer seine eigenen Unterrichtsmethoden und ich habe schnell gemerkt, wie sehr die SuS auf „ihren“ Lehrer geprägt sind. Mich in diese neue Situation einzuarbeiten, war sehr zeitintensiv aber auch gewinnbringend für mich. Ich habe meine eigenen Methoden, aber auch mein Erscheinungsbild und Autreten vor den Schülern kritisch überdacht und insofern waren diese Erfahrungen auch sehr förderlich für meine eigene Persönlichkeitsentwicklung. Die Krankheitswelle scheint erst einmal vorüber zu sein, sodass ich jetzt erstmals Zeit habe, mich wieder um die Uni zu kümmern.

Zusätzlich zu den Vertretungsstunden habe ich eine Computer-AG geleitet und dafür ein Konzept erarbeitet, Arbeitsblätter erstellt und auch hier gemerkt, dass zwischen Planung und Umsetzung erhebliche Differenzen bestehen…da gab es v.a. technische Schwierigkeiten, wenn die PCs falsch konfiguriert waren oder Programme plötzlich deinstalliert wurden, die Kinder ausversehen während des Arbeitens falsche Befehlstasten gedrückt haben oder Einstellungen verändert haben oder wenn der mühsam geschriebene Zweizeiler, den es anschließend zu formatieren galt plötzlich unwiderruflich gelöscht wurde. Aber auch diese Erfahrungen waren Gold wert, da ich diese Hürden bei der Planung der weiteren Stunde berücksichtigen konnte und Ansatzpunkte lieferten, was ich anders machen könnte.

Die Tätigkeit an der Schule hatte auch Auswirkungen auf mein Studium bzw. die Themenfindung für meine Hausarbeiten. So bin ich auf ein Phänomen aufmerksam geworden, dass mir zuvor gar nicht so bewusst war. Es gibt derzeit kontroverse Meinungen, wie man SuS Lesen und Schreiben beibringen kann und „meine“ Schule unterrichtet nach der Fibelmethode während viele andere Grundschulen aus der Umgebung nach der Methode Lesen durch Schreiben lehrt. Dies wollte ich gern als zentrales Thema meiner Hausarbeit untersuchen und habe mich – trotz des begrenzten Zeitbudgets – intensiv in die Thematik eingelesen. Eine Lehrerin, die sich bereit erklärt hat, mit mir das Interview durchzuführen, hatte ich auch schon, sodass ich gedanklich schon halb am Schreiben der Hausarbeit war. Leider ist es gerade eine ungünstige Zeit…Zeugnisse müssen geschrieben werden, es finden viele Elterngespräche statt und die Lehrer sind sehr damit beschäftigt, einerseits „ihre“ Klasse zum Abschluss zu führen, andererseits aber auch die folgende Klassenstufe vorzubereiten…lange Rede, kurzer Sinn: Die Lehrerin hat nun doch keine Zeit mehr und meine Seifenblase ist geplatzt. Das war vor einer Woche. Diese Tatsache hat mich natürlich sofort demotiviert und ich wollte am liebsten das Modul canceln…aber ich schiebe Modul 2 A nun schon so viele Semester vor mir her, dass ich es endlich abhaken will. Wie vom Schicksal gelenkt, bin ich eher zufällig auf ein anderes interessantes Themenfeld gestoßen und nun scheint alles seinen Lauf zu nehmen. Vielleicht sollte es einfach so sein. Auf jeden Fall freue ich mich, jetzt ein Thema gefunden zu haben, das mich noch mehr fasziniert und ich bin seit gestern enthusiastisch bei der Sache 🙂 .

Geplant sind weiterhin die Module 3 A (Medienkommunikation) und 3 C (Heterogenität und Schule) aber da habe ich bislang nur sehr vage Ideen. Oberste Priorität hat erst einmal das Modul 2 A.

Wann es die nächsten Videos geben wird, weiß ich noch gar nicht. Das kann recht fix gehen, wenn ich das Gefühl habe, es könnte auch für andere Mitstudierende interessant sein, es könnte aber auch noch etwas dauern. Bei den Hausarbeitsmodulen ist es ohnehin sehr schwierig mit den Videos, da jeder mit seinem individuellen Thema beschäftigt ist und seinen eigenen Weg gehen muss. Wir werden sehen, was mir dazu einfällt. Videos zu den vergangenen Modulen wird es vermutlich erst einmal keine neuen geben, da ich mich erst einmal auf meine aktuellen Module konzentrieren muss.

 

Vergesst nicht, euch bis zum 15.6. 2017 für eure Prüfungen anzumelden!!! Es gibt kein Pardon, wenn ihr diese Frist versäumt. Abmelden könnt ihr euch im Zweifel später immer noch.

 

Ich wünsche allen viel Erfolg im Studium, den Klausurschreibern viel Durchhaltevermögen beim Lernen und den Hausarbeitenschreibern ein Quentchen Glück beim Thema und Schreiben.

 

Bis demnächst,

eure Silva

 

 

 

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