Weihnachtsstimmung, Winterwetter…und mein zweites Wohnzimmer…A 310 im Paulinum

Da ist sie wieder…die alljährliche Wahrheit, dass in ein paar Wochen wieder völlig unerwartet Weihnachten vor der Tür steht. Während man im Supermarkt bereits seit einigen Wochen gelangweilt an Spekulatius und Pfefferkuchen vorbei läuft und sich dieses Jahr – entgegen jeglicher persönlich auferlegter Prinzipien –  doch schon Wochen vor dem ersten Advent Vorräte anlegt, um pünktlich zum ersten Advent auch tatsächlich Lebkuchen und Stolle essen zu können (ich musste bereits schon zweimal in Folge die traurige Erfahrung machen, dass zum ersten Advent weder Stolle noch Pfefferkuchen zu erschwinglichen Preisen käuflich zu erwerben waren), so konnte ich seit Anfang der Woche auch beobachten, wie auf den Straßen Glühweinstände, Waffelbuden und Christbaumständer aufgebaut werden.

Und damit ich auch wirklich nicht vergesse, dass der Winter im Anmarsch ist, gab es bereits die ersten zugefrorenen Autoscheiben und Schneeschauer…

Ich bin ja an sich schon empfänglich für Weihnachtsstimmung und Weihnachtsduft – aber bitte im traditionellen Sinne und mit Plätzchenbacken, geheimnissvoller Stimmung und liebevoller Deko…Doch darüber mache ich mir vor Dezember noch keine Gedanken…

Worüber ich mir aber Gedanken mache, ist der Fortgang meiner bisherigen Studienleistungen…

Fangen wir mit der Uni Leipzig an…

 

Mein Biwi-Studium aus der FernUni Hagen wurde mir komplett angerechnet, sodass ich nun unerwartet (aber dankend annehmend) zwei „freie“ Tage habe, da ich mich von den Biwi-Veranstaltungen abmelden durfte/sollte/musste, um den Platz freizugeben…

über das Fernbleiben von der Vorlesung bin ich nicht allzu traurig, denn ein reines Folienablesen brauch ich nicht zwingend, um glücklich zu sein und die wirklich relevanten Informationen muss man sich sowieso im Selbststudium aneignen…

Die Seminare hätte ich an sich ganz gern besucht…zum einen, weil mir die Dozenten sehr sympatisch waren, zum anderen, weil ich der Meinung bin, dass man in den Seminaren seine Kommilitonen besser kennenlernt und auch die Übungen und der lockere Umgangston eine gute Vorbereitung auf den Lehrerdienst sind.

Ansonsten kann ich sagen, dass Mathe definitiv den Hauptteil meiner Zeit beansprucht…

Kennt ihr schon mein zweites Wohnzimmer??? Es ist in Raum A 310…man nennt es auch „offener Matheraum“ – eine tolle Erfindung 🙂

„offener Matheraum“???

Mein Wohnzimmer im A 310 ist eine fantastische Gelegenheit, sich im Beisein anderer Studierender- zugegebenermaßen im vorwiegend fortgeschrittenen Semester – sich seinen Mathe(haus)aufgaben intensiv zuzuwenden…Es besteht täglich die Möglichkeit, diesen Raum aufzusuchen und es gibt kompetente Ansprechpartner (meist Studierende höherer Semester), die eine ratlose Studentin gern in die richtige Richtung schubsen – wenn es sein muss, auch mit Schwung und Nachtritt – ohne dabei aber Lösungen vorzugeben oder die Geduld zu verlieren.

Offen bedeutet dabei, dass jeder willkommen ist und unabhängig von Modul und Semester dieses Angebot nutzen kann und man muss sich auch nicht – wie in der Bibliothek – über Zeichensprache möglichst geräuschlos verständigen – sondern es darf geredet werden… und es wird auch erklärt und ab und an etwas an das Whiteboard geschrieben usw…Manchmal wirkt es auf mich abschreckend in Anbetracht dessen, was da noch alles auf mich zukommt.

Mein Dozent würde auf Betrand Russell verweisen und bei jedem Bissen in eine Aprikose daran denken, dass er – im Gegensatz zu vermutlich den meisten seiner Mitmenschen – weiß, dass Aprikosen erstmals in China gezüchtet wurden, über chinesische Geißeln nach Indien gelangten, das Wort „Aprikose“ vom gleichen Stamm abgeleitet wurde wie das Wort „frühreif“ und die Bezeichnung an sich schon ein etymologischer Irrläufer ist…Dank einer Vorlesung zur Einführung in die Welt der natürlichen Zahlen fallen mir jetzt beim Anblick von Zahnstochern die Herleitungen der Teilbarkeit und Primfaktorenzerlegung ein und generell fange ich an, mathematisch zu denken…Ja, ich ertappe mich dabei zu sagen: „Es spielt gar keine Rolle, ob meine Handlung richtig oder falsch ist…solange die Folge wahr (richtig) ist, ist die komplette Implikation wahr…Muss ich mir Sorgen machen???

Nun ja, ich habe nach der ersten Mathewoche tatsächlich schon geschaut, ob nicht Bio die bessere Wahl gewesen wäre…aber Moment mal..bei Bio ist ja das Problem mit Chemie…Geschichte? – Nein, dafür braucht man Latein….Sport? – Aua, mein Knie…Musik, Kunst, Religion…??? Ähm…dann lieber doch Mathe…schon im Interesse der Schüler, die mich vermutlich sonst auf Schmerzensgeld verklagen würden…

Nachdem ich nun die ersten drei-vier mathetraumfreien Nächte seit Studienbeginn erleben durfte, fiel mein Blick auf meine Ordner im Schrank: Was steht da??? FernUni Hagen??? Modul 2A? 3A? 3C???

Ach, da war ja noch was…Also, ihr ahnt es vermutlich: ich habe seitdem ich an der Uni Leipzig bin, nichts wieder für Hagen gemacht…und eigentlich ist nur bis zum 15.12. Zeit, sich für die Prüfungen anzumelden…

Ich habe mich bislang null mit den Modulen beschäftigt und ich habe keine Ahnung, ob es auch nur annähernd eine realistische Chance gibt, dieses Semester überhaupt etwas zu reißen aber ich werde mir jetzt – und ja, jetzt!!! (nach dem Essen, einkaufen, social media checken etc) mal einen Überblick über die Module verschaffen und dann weitersehen…

Und, dann gibt’s ja noch eine Neuigkeit, die ich euch unbedingt erzählen muss…

Aber: Noch nicht…schließlich haben wir Vor-Vorweihnachtszeit und üben uns schon mal in Geduld und frohen Erwartungen

 

In diesem Sinne: kommt alle gut und rutschfrei durch die ersten winterlichen Tage und bleibt motiviert am Lernen!!!

 

 

 

 

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Autor: biwijulchen

Ich studiere seit dem SS 2014 Bildungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Themenbereich der medialen Bildung und Medienkommunikation. Ich bin stets auf der Suche nach neuen Unterrichtskonzepten und neuartigen Ideen, Unterricht abwechslungsreich und möglichst effektiv zu gestalten. Gern experimentiere ich mit verschiedenen Methoden und Medien und versuche, situativ einen geeigneten Methodenmix zu entwickeln.

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