Wo geht die Reise hin???

….soeben  musste ich mit Erschrecken feststellen, dass ich schon länger kein Lebenszeichen mehr von mir gegeben habe: Hier ist es also: es gibt mich noch…in einer Hand die Lernzettel, in der anderen Hand halte ich die SOS-Flagge bereit, denn so langsam wird es richtig eng…in weniger als 4 Wochen stehen die Prüfungen an.

 

Entwicklungspsychologie sollte bis dahin schaffbar sein, zumindest habe ich die Studienbriefe gelesen und zusammengefasst (nun müssen sie allerdings noch gelernt werden)…2 D – soziale Ungleichheit…hm, wie soll ich es beschreiben: 1 von 4(?) Studienbriefen habe ich gelesen und zusammengefasst, 1 weiteren überflogen…der Rest??? Nun gut…aber einfach mal so 277 Seiten bei denen schon das Inhaltsverzeichnis alles andere als Neugier erweckt, sind nicht gerade motivierend…aber es ist ja noch nen knappen Monat Zeit (um es mal übertont positiv zu formulieren)…Ursache des Zeitverlusts ist einfach die Tatsache, dass ich es unterschätzt habe, wie „fordernd“ Sommerferien sind…ich bin es gar nicht mehr gewöhnt, beide Mädels den kompletten Zeitraum rund um die Uhr um mich herum zu haben und „zu beschäftigen“…an den wenigen sommerlichen Tagen war alles entspannt…raus auf den Spielplatz oder an den Badesee. Da blieben auch mal hier und da ne halbe Stunde Zeit zum Lernen…aber meine Mädels wollen natürlich auch etwas von Mama haben und mich nicht nur mit Zetteln in der Hand sehen. Gemeinsam spielen, toben und planschen ist doch viel viel schöner :-)…den Hauptteil der Ferien haben wir uns aber im Haus beschäftigt: gebastelt, gemalt, gesungen, Theater gespielt…wir haben sogar die Zimmer umgestaltet weil das Wetter Innendienst verordnet hat…

Jetzt ist bereits die erste Schulwoche wieder fast vorbei und ich finde langsam wieder in den Rhythmus…allerdings haben mich wieder einige Gedanken beschäftigt (schlimm, wenn man „zuviel“ Zeit zum Nachdenken hat)…

Im Studium bin ich jetzt im letzten Drittel angekommen und im Hinblick auf das Modul 3 B, das ein Praktikum enthält, stellt sich wieder die Frage:

 

Wo geht die Reise hin???

 

Ich möchte unterrichten – so viel steht fest…Und das war der Hauptgrund der Aufnahme des Studiums…nur wie sieht es die Praxis??? LEHRERMANGEL…aber: Kein Staatsexamen-kein Job…ich schaffe es nicht, ein Praktikum oder ähnliches zu erhalten, was über „nur“ Hilfsarbeiten hinausgeht…überall fehlt irgendetwas…keine einschlägige Didaktik, kein einschlägiges Fach…Das ist äußerst demotivierend und ich habe mir in den letzten Wochen immer häufiger die Frage gestellt, was mir dieser Abschluss bringt (und ganz ehrlich: man kann die interessantesten Themen so grottenschlecht aufarbeiten, dass man sich regelrecht quält und nur noch lernt, um den Abschluss zu bekommen – von Qualität des Studiums oder gar Vertiefung in das Thema kann man da nicht mehr sprechen…Praxisnutzen: Zero…ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals etwas von dem was ich in der letzten Zeit so gelesen habe, wirklich brauche: veraltete Inhalte und völlig an der Praxis vorbei…

Nun gut, auch das trägt zur Menschwerdung bei und so ganz umsonst ist ja bekanntlich nichts (ja, ich bin überzeugter Optimist …)…

 

Ich habe also überlegt, wie ich meinem Ziel, selbst zu unterrichten näher kommen könnte: was liegt das mehr auf der Hand als ein Lehramtsstudium??? Dann der erste Gedanke: geht nicht, Präsenzuni und Kinder plus 1 h Zugfahrt pro Strecke: never!!! Dann doch mal die Uniseiten durchgeklickt und ein Blick in die Vorlesungsverzeichnisse geworfen…gefolgt von einem zweiten und dritten und schwups habe ich mir eine Tabelle erstellt und einen Studienverlaufsplan anhand der vorigen Semester erstellt: und siehe da: es wäre möglich…stressig und ich könnte die Abendveranstaltungen nicht wahrnehmen…aber möglich!!!… Eine Nacht noch einmal darüber geschlafen, 3 weitere Tage weiter recherchiert…Resultat: ich habe mich beworben und eine (vorläufige) Zusage erhalten…Vorläufig heißt, dass ich noch ein phoniatrisches Gutachten einreichen muss und generell meine Unterlagen geprüft werden müssen…

Biwi zieh ich trotzdem durch

(viel fehlt ja nicht mehr) und nach einer persönlichen Beratung beim Prüfungsamt stehen auch meine Chancen nicht allzu schlecht, dass ich mir einen Großteil der Biwi-Module anrechnen lassen kann…es bleibt also spannend 🙂

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Autor: biwijulchen

Ich studiere seit dem SS 2014 Bildungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Themenbereich der medialen Bildung und Medienkommunikation. Ich bin stets auf der Suche nach neuen Unterrichtskonzepten und neuartigen Ideen, Unterricht abwechslungsreich und möglichst effektiv zu gestalten. Gern experimentiere ich mit verschiedenen Methoden und Medien und versuche, situativ einen geeigneten Methodenmix zu entwickeln.

9 Kommentare zu „Wo geht die Reise hin???“

  1. Viel Glück für deinen weiteren Weg. Und dass man für ein Lehramtsstudium ein phoniatrisches Gutachten benötigt, war mir auch nicht bekannt.

    Aktuell ziehe ich für mich auch Bilanz – nicht so sehr mit dem Master der FernUni, den ich gerade mache, sondern eher mit meinen Lebensentscheidungen. Zum Beispiel der, Psychologie zu studieren. Mir wird immer klarer, dass es schwer werden wird, einen Job in dieser Richtung zu finden – egal, welchen Master ich vorweisen kann. Ich würde nicht mal sagen, dass der FernUni-Master mich sehr benachteiligt. Es ist wohl eher mein bisheriger Werdegang, der einfach nicht zu der Entscheidung passt. Und es ist potenziellen Arbeitgebern schwer zu vermitteln, warum sie mich einstellen sollten.

    Im Moment überlege ich mir ehrlich, ob ich nicht wieder das machen soll, was ich vor meinem Psychologie-Bachelor gemacht habe. Und wenn ich das tun sollte, ist mein Psychologie-Studium ein netter Zeitvertreib gewesen, mehr auch nicht. Statt Psychologie hätte ich viele andere Fortbildungen belegen können, die mich in diesem speziellen Job weitergebracht hätten. So gesehen habe ich die letzten Jahre verbummelt…

    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du dir deinen Berufswunsch erfüllen und irgendwann unterrichten kannst. Vielleicht ja sogar bald. 😉

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    1. Vielen lieben Danke für deine Worte, Sonja. Ich stelle habe in den letzten Jahren auch immer wieder bereut, dass ich mir mein Leben so verbaut habe und nun viele Optionen nicht mehr offen stehen. Ich wollte seit dem Abitur immer unterrichten aber zum damaligen Zeitpunkt konnte ich mir nicht vorstellen, als Lehrer an einer öffentlichen Schule tätig zu sein. Mit gerade mal 19 fehlte mir dafür einfach das Selbstbewusstsein und vielleicht war ich auch viel zu sehr geprägt von der Sicht der Schüler auf den Lehrerberuf. Aber mir gefiel die Arbeit in Kleingruppen und die individuelle Förderung der Schüler bei Lernschwierigkeiten. Daher entschied ich mich für das Studium „Erziehungswissenschaften“ in Kombination mit „Allgemeine Sprachwissenschaft/Linguistik“…nach der Halbzeit kam die Studienreform…Lehrveranstaltungen wurden gestrichen und ich hätte zwischen 2 Universitäten in verschiedenen Städten pendeln müssen, um mein Studium erfolgreich zu beenden. Ich hatte aber meinen Teilzeitjob, der mir sehr ans Herz gewachsen war und eine feste Beziehung, die ich nicht aufs Spiel setzen wollte (und die Pendelei wäre auf Dauer einfach nicht gut gegangen…da wäre ein Umzug vermutlich nicht zu vermeiden gewesen)…Jung (und naiv optimistisch) wie ich damals war, dass ich auch so einen Job finde und dann immer noch studieren kann…später 🙂 … den Job habe ich behalten aber dann tickte die biologische Uhr und ich habe meine erste Tochter zur Welt gebracht. Jetzt waren natürlich andere Lebensinhalte relevant und ruckzuck waren wieder 1,5 Jahre verstrichen…mein damaliger Mann wurde berufsbedingt aller zwei Jahre versetzt…immer wieder in ein anderes Bundesland. Kaum hatte ich mich wieder beruflich orientiert, stand schon wieder die nächste Versetzung an (im Vorfeld war nicht klar, dass es so häufig passieren wird…es war von aller 6-7 Jahre die Rede). Als absehbar war, dass der nächste Umzug anstand, kam der Zeitpunkt für Tochter zwei..wieder 1,5 Jahre erst einmal voller neuer Aufgaben…und plötzlich war die magische 30er Grenze durchbrochen…die Kinder wurden älter und als ich einen Kita-Platz für meine Kleine ergattern konnte, wollte ich endlich einen Abschluss machen…für eine klassische Ausbildung war ich zu alt (die Förderung für Azubis endet wohl irgendwo im Mitte 20er Bereich) also habe ich Ausschau nach einem Studienplatz gehalten…auch damals scheiterte es am Finanziellen…Ich konnte nicht über meinen Mann familienversichern und die freiwillige Versicherung war einfach finanziell nicht tragbar. Irgendwann bin ich auf die FernUni gestoßen und war begeistert, dass es ein staatlich anerkanntes Fernstudium mit pädagogischer Ausrichtung gab: und das beste daran: man darf laut Studiengangsbeschreibung im Bildungssektor arbeiten und unterrichten..natürlich stand fest: DAS WAR MEIN STUDIUM!!! Ich merkte schon schnell, dass es von meiner Vorstellung stark abwich aber ich habe mir eingeredet, dass es ja ein universitäres und somit wissenschaftliches Studium war und dass es schon noch besser werden wird. …hab mich also von Modul zu Modul gehangelt ohne intensiver über den Berufseinstieg nachzudenken. Jetzt bin ich aber an dem Punkt, dass ich endlich auf ein konkretes Ziel hinarbeiten möchte, in die Arbeitswelt einsteigen möchte usw…andere sind schon seit 10-15 Jahren fest im Berufsleben und ich habe noch gar nichts erreicht…Und nun wieder dieses Dilemma…andere reden natürlich auch schon…ich sei Endlosstudent, bringe nie was zu ende usw…und nun noch ein Studium anfangen??? Das verrate ich am besten niemanden aus meinem Umfeld, sonst zeigen mir alle den *piep*…der Master ist natürlich auch anstrebenswert aber ich bezweifle, dass sich damit die Arbeitsmarktchancen wesentlich verbessern. Und ein „ableitbares“ Fach wie es so schön heißt, hätte ich dann immer noch nicht…Kurz und knapp: ich könnte mir – wenn ich es könnte – kräftig in die große Zehe beißen, dass ich so oft nicht auf meinen Bauch gehört habe, sondern immer Kompromisse zu meinem Nachteil geschlossen habe und dadurch sehr viel Zeit (und Geld) verloren habe…ich will endlich fertig werden und zwar mit einer reellen Chance, auch mal Geld zu verdienen…und dabei strebe ich nicht mal ferne Dimensionen an, sondern einfach über die Runden kommen…

      Ich wünsche auch die alles, alles Gute und viel Durchhaltevermögen und ich wünsche dir, dass es nicht nur ein „interessanter Zeitvertreib“ war, sondern auch im Berufsleben verwertbar. Was hast du vor deinem Studium gemacht wenn ich fragen darf?

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      1. Ich erkenne mich da in deiner Beschreibung wieder…

        Vor dem Studium war ich als freiberufliche Übersetzerin tätig. Erstaunlicherweise habe ich das damals gut hinbekommen, es fanden sich immer wieder Aufträge und ich habe mich die ersten Jahre wirklich gut mit dem Job gefühlt.

        Davor hatte ich auch studiert gehabt, aber wie du aus familiären Gründen abgebrochen. Gut, ich war auch ein bisschen desillusioniert, was das Studienfach anging. Trotzdem war das eine blöde Entscheidung – im nachhinein betrachtet. Denn ich stand damals quasi vor dem Abschluss. Nur noch ein Semester durchhalten, und ich hätte es geschafft gehabt. Aber die Zeit ist vorbei und kommt auch nicht wieder.

        Tja, so stehen wir hier und versuchen unser Bestes. Ich mag manchmal gar nicht denken, was passiert, wenn mich das Alter einholt und mein Rentenbescheid mir die Altersarmut prophezeit. 😦 Noch ist es ja nicht zu spät das abzuwenden, aber dazu muss einfach mal was passieren – jobtechnisch.

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  2. Ich drücke dir für den Lehramtsstudienplatz ganz fest einen Daumen – den anderen für die Prüfung Anfang September. Ich hoffe, du schreibst nicht am 2.. Da kann ich nicht drücken (oder nur für eine der beiden Sachen), weil ich selbst Prüfung habe: Statistik 😐

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  3. Hast Du mal darüber nachgedacht, Deine Erfahrungen und Gedanken zum Studium an die Uni Hagen weiterzugeben? Den fehlenden Praxisbezug finde ich auch erschreckend und das Pflichtpraktikum ist so kurz, dass es nicht allzuviel bringen wird. Gut, es handelt sich halt nicht um ein Lehramtsstudium.
    Ich möchte nicht unterrichten, ich stelle mir eher eine erzieherische Tätigkeit im Hort einer Grundschule vor. Wahrscheinlich mache ich dann studiumsbegleitend eine „ehrenamtliche“ Tätigkeit im Hort meines Sohnes in der Hoffnung, dass ich nach dem Studium dort eine bezahlte Stelle bekomme. Dann gäbe es ja noch den Master, aber irgendwann möchte man ja auch mal wieder Geld verdienen.
    Wenn Dir das Unterrichten so wichtig ist, ist der Weg des Lehramtsstudium sicher der Richtige und Du wirst vom BiWi-Studium trotzdem sehr profitieren können.

    Viel Erfolg!
    Jenny

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Jenny. Ja, Hort ist auch sehr interessant aber da ist Biwi glaub ich auch nicht das, was man wirklich anwenden kann. Mal sehen, viele schwören auf die Vertiefungsmodule. Bin ja gespannt, inwiefern sie sich auf die Praxis übertragen lassen. Biwi ist inzwischen fester Bestandteil im Lehramtsstudium, dort aber (zumindest lese ich das so in den Modulbeschreibungen der Vorlesungsverzeichnisse heraus) spezifisch auf das Schulwesen bezogen. Ich vermute das der begrenzte Praxisanteil daher kommt, dass der Großteil der Studierenden berufstätig ist und zusätzliche Praktika zeitlich und organisatorisch schwer vereinbar ist. Ich bin gespannt, wohin es die Absolventen so verschlägt.

      Ich wünsche dir alles Gute für dein Studium

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  4. Dank Google weiß ich jetzt auch, was ein „phoniatrisches Gutachten“ ist – was es nicht alles gibt… Viel Erfolg für deine Pläne. Dein Urteil über das Biwi-Studium an der FernUni fällt ja ziemlich vernichtend aus. Wirst du dazu irgendwann nochmal einen separaten Beitrag schreiben? Würde mich sehr interessieren.

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    1. Dieses phoniatrische Gutachten scheint einzig und allein an der Uni Leipzig eine Zulassungsvoraussetzung für das Lehramt zu sein. Über dessen Sinnhaftigkeit kann man diskutieren, ebenso um die enormen Preisdifferenzen, die zwischen 50 und 150 Euro schwanken.

      Einen Beitrag über meine Meinung kann ich sehr gern separat schreiben – aber erst nach der Prüfung. Da gibt es einige Punkte, die ich gern ansprechen würde und oft lese ich von ähnlichen Bedenken und Gedanken, sodass mich auch die Meinungen und Eindrücke anderer Kommilitonen und Studieninteressierten interessieren

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